Sonntag, 12. August 2018

Teil 3 - Der Aufenthalt in der Reha

Teil 3 - Der Aufenthalt in der Reha

Vom Krankenhaus aus wurde ich nach 2 Wochen direkt in die Reha gefahren. Ein Taxi für Krankenfahrten brachte mich dorthin. Ich war also gar nicht erst zu Hause. Und ich muss sagen, es war mir auch ganz recht so. Da ich einige Dinge von meinen Eltern dort in meiner Wohnung habe, hätte mich das alles nur wieder aufgewühlt. So kam ich also vom Krankenhaus in die Reha. Wohin ich kam, hatte nicht ich bestimmt, sondern die Krankenkasse. Ich hätte aber ohnehin nicht gewusst, wo ich das hätte machen können, daher war mir das sowieso egal. Jedenfalls zu dem Zeitpunkt.

In der Reha kam ich in ein Einzelzimmer. Das war gut. So hatte ich mal die Gelegenheit, alles zu verarbeiten, was passiert war. Dachte ich jedenfalls. Doch es kam anders.

Zuerst war für mich noch vorrangig, dass ich in meinem Einzelzimmer wieder selbstständiger wurde. Ich war zwar körperlich noch nicht wirklich in Ordnung. Doch ich achtete von Anfang an darauf, dass es in meinem Zimmer ordentlich aussah. Jedenfalls wurde ich in dem Zimmer auch immer selbstständiger. Und das tat mir gut. Ich hatte das Gefühl, es war MEIN Reich. Klein, aber mein. Dann bekam ich aber auch mit, dass es einige Doppelzimmer gab. Und ich war froh, dass ich nicht auf so einem Doppelzimmer war.


Mir sind aber auch einige negative Dinge aufgefallen. So waren die Aufzüge, 2 Stück für den öffentlichen Bereich, meist voll. Gerade am Tage. Nach 18 Uhr ging es und man war manchmal alleine im Aufzug. Doch am Tage war das eine Katastrophe. Und das, wo die Patienten zu ihren Terminen / Anwendungen mussten. Ich nutzte den sogenannten Fahrservice. Das heißt, es gab „um die Ecke“ noch einen dritten Aufzug, der aber nur vom Personal genutzt werden konnte, weil man dafür einen Schlüssel benötigte. Hier konnte man mit Mitarbeitern des Hauses in die jeweilige Etage fahren, wo man seinen Termin hatte. Die Mitarbeiter hatten auch eine Liste der Patienten mit den jeweiligen Terminen. Es war also ein Hol- und Bringservice. Die Mitarbeiter holten wenn nötig auch die Patienten aus ihren Zimmern um sie zu den jeweiligen Terminen zu bringen. Ich wartete meist schon an besagtem Aufzug auf die Mitarbeiter. Das verkürzte dann die Zeit. Nicht nur für mich.




Nach wenigen Tagen meiner Anwesenheit im Haus begannen meine Anwendungen. Diese zielten also darauf ab, dass ich wieder gehen konnte. So musste ich mit einem Standrad fahren, an einem Gerät, welches sich „Nu-Step“ nennt, meine Beinmuskeln trainieren, bei einer Ergotherapeutin wurde in meinen Beinen wieder „Leben“ eingebracht durch so eine Art Massage. Es war aber keine Massage, sondern bei den Beinen wurde die Blutzirkulation in Schwung gebracht. Und zwar durch eine Art Massage-Maschine, durch Fußbäder in kaltem und warmen Wasser, und mehr. Auch sollte ich ein Hirntraining machen. Das war aber für mich eher nur ein Zeitvertreib. Und ich sagte der Therapeutin am Anfang auch, ich habs an den Beinen, nicht am Kopf. Sie meinte aber, es wird dort ganzheitlich behandelt. Und das gehört dazu. Da die Frau nett war, habe ich dies mitgemacht.
Am Ende meines Aufenthalts verabschiedete ich mich von ihr und sie sagte mir, dass ich am Anfang wirklich nicht ganz „fit“ im Kopf war. Aber das hat sich dann über die Zeit verbessert. Ich sagte ihr auch, das war mir gar nicht aufgefallen, dass ich am Anfang anders war. Sie meinte aber auch, es war auch nicht extrem, aber die hatten das gemerkt.

Desweiteren hatte ich ein Einzeltraining. Hier lernte ich mit einer Therapeutin wieder das Gehen. Es hört sich merkwürdig an, denn wir haben ja als Kind schon gelernt zu gehen. Hier sollte ich mit der Therapeutin zum Beispiel an einem Barren gehen, oder am Rollator, die Treppe hoch und runter gehen. Alles normale Dinge. Aber hier war es für ich eine Anstrengung. Dabei waren das für mich bis vor einigen Monaten alles normale Dinge, die überhaupt kein Problem waren.

Diesen Barren nutze ich auch selber, also ohne Termin. Ich ging dort immer wieder durch und am Ende konnte ich dort auch gehen, ohne mich festzuhalten. Das war für mich schon ein Erfolg. Ich hatte jedoch die Sicherheit, dass ich mich jederzeit sofort festhalten konnte wenn nötig.

Dazu bekam ich vom Arzt auch Medikamente verschrieben wie Vitamin B 5 und andere Dinge. Denn dies war im Grunde die Ursache für das ganze Dilemma. Ich hatte einen Mangel an Vitaminen und anderen Dingen wie Folsäure. Bei einer Blutuntersuchung wurde dann im laufe der Reha festgestellt, dass meine Werte wieder relativ normal waren. Also es war am Ende alles wieder im Grünen Bereich. Was aber nicht nur an den Medikamenten lag, sondern auch an der ausgewogenen Ernährung. Denn dies war bei mir die Ursache für den Mangel. Die jahrelange falsche Ernährung. Ich wusste zwar, das ist auf Dauer nicht so gesund, was ich da zu mir nehme. Ich hatte in der Reha auch eine Ernährungsberatung. Ich hörte zwar im Grunde nichts Neues. Jedoch wurde mir da klar, dass ich mir in den letzten Jahren nicht wirklich Gedanken darüber gemacht hatte.

Woran lag das? Die Ursache ist sicher in den Lebensumständen zu suchen. Meine Ernährung war in den letzten Jahren recht einseitig. Also überwiegend machte ich mir eine Pizza warm. Oder ich machte mir Spaghetti. Dies ging am einfachsten und schnellsten. Mir war gar nicht bewusst, dass sich dies zu den Schwerpunkten meiner Ernährung entwickelt hatte. Und das war das Problem. Zwar machte ich mir auch hier und da mal ne Dose Suppe warm, wo ja auch einige verschiedene Dinge enthalten sind. Jedoch war das auf die Dauer zu wenig. Über den längeren Zeitraum fehlten meinem Körper entsprechende Vitamine und sonstige Nährstoffe. Wenn man MAL eine Pizza isst und so, ist das natürlich nicht schädlich. Aber insgesamt sollte die Ernährung ausgewogen sein und viele verschiedene Dinge enthalten. Auf die Dauer fehlen dem Körper viele Dinge, die er braucht. Und was dann passieren kann, habe ich nun gemerkt.

Ich kann klar sagen, hätte ich das vorher gewusst und wäre mir das klar gewesen, hätte ich mich natürlich ausgewogener ernährt.

Aber warum kam es überhaupt dazu? Ich sehe die Ursache in den Dingen, die in den letzten Jahren passiert sind. In den letzten Jahren sind viele meiner Familie gestorben. Oma, Vater, Opa, Onkel, andere Oma, Mutter. Und der Kontakt zum Rest der Familie ist im Sande verlaufen weil jeder sein eigenes Leben lebt. Ich kann hier natürlich niemandem einen Vorwurf machen. Aber es waren in den letzten Jahren zu viele Veränderungen. Und das hat mich wohl auch ziemlich runter gezogen. Der Tod meiner Mutter war dann wohl die „Krönung“. Vielleicht auch weil ich mich um sehr viele Dinge gekümmert habe, damit sie die letzten 1,5 Jahre noch halbwegs anständig leben konnte. Also bezüglich Krankenhaus und Altersheim. Und nun war dieser „Druck“ weg. Ich weiß es nicht. Jedenfalls habe ich sicher danach auch Dinge gemacht oder schleifen lassen, was bei mir sonst nicht üblich war. Und in diesem „Rahmen“ habe ich dann auch meine Ernährung schleifen lassen. Und dies führte dann zu diesem Ergebnis.

In der Reha hatte ich dann auch eine Frau kennen gelernt. Jedoch ist sie verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Sie kam nicht aus Deutschland. Daher war die Kommunikation mehr als schwierig. Aber sie war eine sehr liebe Frau. Und das war jetzt nicht nur meine Meinung. Dies sagten viele andere auch, die sie kannten. Aber am Ende muss ich doch sagen, eine Beziehung wäre sehr kompliziert geworden. Selbst wenn sie alleine gewesen wäre. Denn eine Kommunikation ist schon sehr wichtig, wenn man zusammen ist.

Dann gab es auch noch eine Dame, die zwar Deutsche ist, aber die doch eine merkwürdige Einstellung hatte zu gewissen Dingen. Sagen wir mal, sie hört Stimmen, die mit ihr reden. Zu diesem Thema komme ich im nächsten Teil noch mal. Aber ansonsten verstand ich mich gut mit ihr und wir tauschten Telefonnummer aus.




Dann lernte ich noch 2 weitere Damen kennen, aber hier hat sich der Kontakt wohl auch schon erledigt. Mit einer der Damen schickte ich nachher noch SMS, nachdem die Reha für mich vorbei war. Doch dann kam auch keine Antwort mehr und mir ist nicht klar ob es an ihrem Gesundheitszustand liegt oder ob sie einfach keine Lust mehr hat.

Jedenfalls kann man auch in der Reha nette Menschen kennen lernen. Auch männliche, die ich jetzt hier nicht extra erwähnt habe. Und das war da auch nicht verkehrt. Denn man hatte leider in diesem Haus nichts anderes als den Kontakt zu anderen Leuten. Sicher sind auf jedem Zimmer TV-Geräte. Aber die muss man extra anmelden und bezahlen. Was ich schon sehr unverschämt fand. Da ich dies nicht bezahlen wollte, blieb also nur, sich mit anderen zu unterhalten oder früh ins Bett zu gehen.

Und ich konnte in dieser Zeit auch die Dinge „verarbeiten“, die mir passiert waren. Im Grunde war es ja nur eine Sache. Aber dafür sehr heftig. Ich machte mir also Gedanken über mein Leben. Was gut war und was nicht gut war. Jedoch klappte dies nicht so ausführlich, weil immer irgendwas war. Trotz Einzelzimmer.

Dann ergab es sich auch so, dass ich am Ende der Reha nicht nach Hause konnte. Denn in meiner Wohnung mussten noch einige Dinge geändert werden. So begab ich mich in eine Kurzzeitpflege im Bereich Düren. Dorthin wurde ich mit einem Taxi gefahren. Organisiert vom Haus, wo die Reha war. Ich wählte diese Einrichtung aus, weil ich hier ein Einzelzimmer bekam.

Am Ende meines Aufenthaltes in der Reha füllte ich noch einen Patientenfragebogen aus, den ich aber erst in dem dafür vorgesehenen Briefkasten warf, kurz bevor ich das Haus verlassen habe.

Leider waren die meisten Dinge negativ, die ich dort angab. Positiv fand ich, dass ich wieder gehen konnte. Also die Therapien waren erfolgreich. Dies kann ich ganz klar sagen. Und die meisten Mitarbeiter waren hilfsbereit und freundlich. Leider nicht alle. Und ich glaube nicht, dass es nur der Stress war. Dafür war dies dann zu lange.

Aber es gab auch einige negative Dinge. Angefangen mit der bereits erwähnten Aufzugsituation. Es musste bezahlt werden, wenn man TV sehen wollte. Es gab zwar einen Kiosk dort, aber das Sortiment war alles andere als umfangreich. Und das, obwohl die meisten Patienten gar nicht die Möglichkeit hatten woanders Dinge zu kaufen. Zum einen ist das Gebäude recht abgelegen, zum anderen sind die Patienten meist gar nicht in der Lage, woanders hin zu gehen. Jetzt kann man natürlich sagen, Familie und Freunde können dann Dinge mitbringen. Und was ist, wenn man niemanden hat, der einen besucht?

Desweiteren habe ich mitbekommen, selbst das Mineral-Wasser musste bezahlt werden. Ich habe dies nicht bezahlt weil mich keiner gefragt hat und ich wurde auch im Vorfeld nicht darauf hingewiesen. Ich hätte also nicht mal sagen können, wieviele Flaschen ich getrunken hatte. Dies mussten die Patienten also auch noch selber notieren und angeben. Was ist das für eine Organisation?

Also zusammenfassend kann ich sagen, die Organisation war unterirdisch. Aber die Therapeuten sind gut. Ebenso wie die meisten Mitarbeiter freundlich und zuvorkommend sind. Dennoch muss ich sagen, nochmal würde ich dort nicht freiwillig hinfahren. Da dies von der Krankenkasse festgelegt wurde, dass ich dort hin soll, vermute ich mal, die Preise für die Behandlung sind niedrig gehalten gegenüber den Krankenkassen. Aber das Geld kommt dann über Patienten rein, weil die für fast alles zahlen müssen. Daher würde ich dort auf keinen Fall noch mal freiwillig hin fahren. Und wenn ich im Videotext inzwischen richtig gelesen habe, kann sich jeder selber den Ort der Reha aussuchen. Da werde ich aber später noch mal etwas zu schreiben, wenn ich mich da genauer schlau gemacht habe.




Am Ende ging es dann mit einem Taxi zu einer Einrichtung für die Kurzzeitpflege, die ich mir selber ausgesucht hatte, weil ich dort ein Einzelzimmer haben konnte.

Die Kurzzeitpflege

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