Sonntag, 12. August 2018

Teil 2 - Der Aufenthalt im Krankenhaus

Teil 2 – Der Aufenthalt im Krankenhaus

Im Krankenhaus kam ich dann auf ein 3-Bett-Zimmer. Am Anfang war nur ein anderer Patient im Zimmer. Er war aus einem russischen Land. Er war anfangs eher ruhig. Was mir sehr entgegen kam. Denn ich hatte keine Lust mich zu unterhalten. Ich hatte vieles zu grübeln. Denn bevor ich ins Krankenhaus kam, war ich auf dem Weg zu sterben, wie im 1. Teil zu lesen ist. Und sowas verursacht doch einige Gedanken.

Am nächsten Tag kam jemand dazu. Ich nenne ihn jetzt mal Paul. Am Anfang hatten wir auch nicht viel miteinander zu tun. Ich hatte einfach keine Lust, mich zu unterhalten, wegen oben genanntem Grund. Und so war auch nicht viel Kommunikation vorhanden, obwohl er im Bett neben mir lag.


Dann ergab es sich an einem Sonntag, dass er am Nachmittag irgendwann nervös wurde. Ich fragte was los sei. Er sagte, seine Frau wollte eigentlich um 14 Uhr kommen, aber die ist noch nicht da. Und er konnte sie auch telefonisch nicht erreichen. Ich versuchte ihn zu beruhigen, dass sie wohl irgendwo aufgehalten wurde und sich deshalb verspätete.




Gegen 16 Uhr wollte er dann „rumtelefonieren“ und fragen ob seine Frau dort ist. Doch aufgrund seines Alters und seiner Krankheit ist ihm das sehr schwer gefallen. Daher bot ich ihm an, für ihn zu telefonieren und tat dies auch. Jedoch kam ich da zu keinem Ergebnis weil niemand etwas wusste oder die Leute waren nicht da.

Dann sagte ich ihm, ich werde die Polizei in Düren anrufen, was ich dann auch tat. Ich sagte dem Beamten um was es ging. Er meinte dann, es würden gleich 2 Kollegen kommen. Als diese bei uns im Zimmer waren, sagte ich ihnen ihnen um was es geht, denn „Paul“ war zu aufgeregt dafür.

Später wurde die Frau gefunden. Jedoch nicht von der Polizei, sondern weil Nachbarn irgendwas gemerkt hatten. Denn sie wollte sich umbringen. Die Folge war, sie kam ebenfalls ins Krankenhaus. Also sie hat es überlebt. Auch wenn es erst schlecht aussah.

Ich wurde im Krankenhaus in den 2 Wochen untersucht. So war ich auch in der „Röhre“ zum röntgen. Drei mal. Denn erst beim dritten mal konnte wohl festgestellt werden, was wirklich bei mir los war. Die Ursache war ein Nerv am Rückenmark, der sich entzündet hatte. Nun wurde mir auch einiges klar und ich verstand das, was passiert war. Dass ich einfach umgefallen bin, ohne, dass mir etwas weh tat. Ich hatte ja nichts gemerkt. Und nun konnte ich das verstehen.

Nach einer Woche kam schon eine Therapeutin, die mit mir wieder das gehen übte. Ich ging dabei an einer Art Gehwagen. Das heißt, oben lehnte / stützte ich mich mit den Armen drauf ab, aber ich ging auf meinen eigenen Beinen. Es war schon merkwürdig. Denn das Gehen ist ja eine Sache, die ich wie wir alle schon als Kleinkind gelernt hatte. Und seitdem war dies für mich völlig normal. Doch nun musste ich dies wieder neu lernen.

Auch bekam ich an 5 Tagen je eine Infusion mit Cortison. Dies sollte bewirken, dass die Entzündung weg ging. Nach 5 Tagen wurde dies umgestellt auf Tablettenform. Ich bekam also jeden Tag eine Tablette mit Cortison.

Anfang des Monats wollte ich meine monatlichen Überweisungen erledigen. Nur hatte ich ja nicht wie sonst mein Laptop zur Hand um das Onlinebanking zu machen. Also rief ich bei der Kreissparkasse an und sagte dem Mitarbeiter meine Situation und das meine monatlichen Überweisungen ausgeführt werden müssen. Dafür brauchte er dann nur die Positionen noch mal auszuführen, die sonst immer um die Monatswende gemacht wurde.
Er sagte mir aber, ich müsste ihm dafür die Empfänger und Kontonummern geben. Ich sagte ich bin mit dem Rettungswagen abgeholt worden und liege nun im Krankenhaus. Da habe ich bestimmt nicht die Kontonummern mitgenommen. Er meinte voller Verständnis, dies könnte er verstehen, aber er darf ohne die Kontonummern nichts machen. Ich sagte die Daten stehen in seinem Computer, er muss nur die Überweisungen noch mal ausführen. Das sollte doch kein Problem sein. Er blieb jedoch dabei. Es ging nicht.




Ich verstand die Welt nicht mehr. Ich wollte doch nicht, dass er mir das Geld überweist sondern an den Empfängern, die ja eh schon zu sehen waren. Vorschriften hin oder her. Aber wenn ein Kunde anruft, der im Krankenhaus liegt, sollte man da etwas flexibler sein.

Ich überlegte nun, was ich mache. Denn wenn ich Miete und so weiter nicht zahlte bekam ich ja noch mehr Probleme. Ich dachte schon daran, die Polizei wäre besser nicht gekommen, dann wäre mir das jetzt erspart geblieben.

Dann kam mir der Gedanke, mir über den sozialen Dienst vom Krankenhaus eine Betreuerin zu „beschaffen“. Dies leitete ich dann auch in die Wege. Nach wenigen Tagen stellte sich eine Dame vor, die sich als Betreuerin anbieten wollte. Ich war mit ihr einverstanden. Am nächsten Tag kam eine Richterin mit der Dame, die Richterin sprach mit mir und wollte ein paar Dinge wissen, dann füllte sie ein Schreiben aus und die Dame war als meine Betreuerin eingesetzt. Hier muss ich klar sagen, ich bin ja nicht entmündigt. Die Dame hat aber nun die rechtliche Erlaubnis einige Dinge für mich zu erledigen. Das war gut so. Ein Problem weniger.
Ansonsten machte ich mir viele Gedanken. Mir war klar, wäre die Polizei nicht gekommen, wäre ich nun tot. Das kann ich ganz klar sagen. Und ich wäre wohl verdurstet. Wobei dies aber jetzt nicht so war, dass mir das Wasser gefehlt hätte. Ich hatte ja keinen Hunger und keinen Durst verspürt, als ich da lag.

Aber was wäre gewesen, wenn die Polizei nicht gekommen wäre? Dann wäre ich halt nicht mehr da. Na und? Es hätte sowieso niemanden wirklich interessiert. Oder sagen wir, kaum jemanden. Man kennt zwar viele Leute. Aber das ist es dann auch.

Nach so einem Ereignis denkt man über sich und seinem Leben nach. Was gut war, was nicht gut war. Was man hätte besser machen können. Wie man gewisse Dinge hätte vermeiden können. Und vor allem, was man in der Zukunft verbessern könnte um besser zu leben. Auch stehen die Leute auf dem „Prüfstand“, mit denen man zu tun hatte. Wer war gut für einen? Wer war schlecht? Mit wem hat man immer noch Kontakt, der aber nicht gut ist für einen selber?

Was will man verändern, damit man nicht mehr in die Situation kommt, in der man nun ist? Wie sieht das Leben nun in Zukunft aus?

Dies sind keine Gedanken, die man sich mal eben für 5 Minuten macht. Man denkt die ganze Zeit darüber nach, was im eigenen Leben schief gelaufen ist.

Auf mich bezogen kann ich sagen, ich habe im Grunde nur einen Fehler gemacht. Ich habe mich immer mit den falschen Leuten beschäftigt, die mich am Ende nur „runter gezogen“ haben. Zum Teil habe ich durch sie auch Probleme bekommen, statt das sie mir „gut getan haben“.




Mir ist in dieser Zeit auch wieder mal klar geworden, ich brauche eine Frau an meiner Seite, die wirklich für mich da ist. Mit der ich Freud und Leid teilen kann. Nicht nur meines, sondern auch ihres. Ich will also eine Frau an meiner Seite, mit der ich eine Art „Einheit“ bilden kann. Wo nichts und niemand dazwischen „funken“ kann. Das wollte ich früher auch immer. Aber nun ist dieser Wunsch noch stärker.

Und das wird auch eines der Ziele sein, die ich nun „anvisieren“ werde. Die Frau fürs Leben wartet nicht an der nächsten Ecke auf mich. Das ist mir klar. Aber man muss die „Augen offen halten“.

Es folgte die Reha

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