Samstag, 11. August 2018

Teil 1 Was passierte vor dem Krankenhaus

Teil 1 Wie begann mein gesundheitliches Problem?

Ich habe zwar schon geschrieben, was passiert ist, aber nun werde ich das hier etwas ausführlicher schreiben. Der Ort und die einzelnen Personen nenne ich ganz bewusst nicht. Die haben bisher existiert und werden es auch ohne meine Werbung machen. Zudem kann ich nicht mehr jeden fragen, ob ich ihn / sie erwähnen darf. Das wäre mir jetzt zu viel Aufwand, dies nachzuholen.

Generell kann ich aber sagen, egal ob Krankenhaus, Reha oder nun in der Pflegeeinrichtung, es wurde gute Arbeit geleistet und mir geht es wieder besser als im April. Ich kann wieder gehen, wenn auch „nur“ am Rollator. Diesen brauche ich noch, da ich noch massive Probleme mit dem Gleichgewicht habe. Einen Rollstuhl habe ich auch, den ich nutze. Denn meine Beinmuskeln sind manchmal so versteift, dass mir das Gehen am Rollator sehr schwer fällt. Aber der Reihe nach........................


Im April begann etwas Seltsames für mich. Ich bin in der Wohnung einige Male umgefallen wenn ich stand. Und ich habe es nicht verstanden. Denn es tat mir nichts weh. Daher konnte ich erst mal gar nicht lokalisieren woran dies lag. Anders ausgedrückt: Ich konnte es mir nicht erklären. Ich hatte mich zwar dann wieder auf die Beine gestellt. Mit Hilfe meines Bettes. Ich habe mich also auf mein Bett hoch gedrückt und stand von dort wieder auf. Doch mir war schon aufgefallen, dass ich nicht mehr so viel Kraft hatte wie sonst üblich. Und ich fragte mich, warum dies so ist.




Beim letzten mal Hinfallen fehlte mir dann selbst die Kraft, mich wieder ins Bett hochzudrücken. Ich verstand es nicht. Ich war also sozusagen völlig verwirrt von diesem Zustand, weil ich ihn so nicht kannte.

Dann telefonierte ich mit Marion Ruthner. Einer lieben Bekannten aus Süddeutschland. Also ich sag mal rund 700 km entfernt. Wir telefonierten sowieso 2-4 die Woche, je nachdem wie es zeitlich passte. So auch an diesem Donnerstag Abend. Wir redeten so wie immer. Ich erzählte ihr aber nicht, dass ich schon den ganzen Tag auf dem Boden lag.

Viele verstehen nicht, dass ich da nichts gesagt habe. So wie viele auch nicht verstehen, dass ich nicht zum Arzt gegangen bin nachdem ich schon beim ersten mal umgefallen bin. Das ist ja richtig, das wäre sinnvoller gewesen. Jedoch vermute ich, dass ich auch schon nicht mehr „normal im Kopf war“. Ich habe mich zwar für normal gehalten, außer, dass ich etwas verwirrt war von der ganzen Sache.

Wenn ich jetzt darüber nachdenke war es wohl so, dass ich schon die Tage vorher nicht mehr klar im Kopf war. Ich hatte das nicht gemerkt. Aber nun vermute ich doch mal, dass es so war.

Jedenfalls telefonierte ich ganz normal mit Marion, als wäre nichts. Dabei saß ich schon auf dem Boden im Wohnzimmer und kam nicht hoch. Sie fragte auch nach, warum ich den ganzen Tag nicht im Netz war. Aber ich sagte nur so was wie, dass ich keine Lust hatte, oder so. Dabei konnte ich ja gar nicht weil ich nicht auf den Stuhl kam, um mich an den Laptop zu setzen.

Als das Telefonat zu ende war, kroch ich wieder ins Schlafzimmer. Ich wollte nochmals versuchen mich mit Hilfe des Bettes aufzurichten. Ich warf dann mein Handy aufs Bett. Es landete irgendwo in der Mitte.

Dann versuchte ich wieder, mich mit Hilfe des Bettes hoch zu drücken. Aber es funktionierte nicht. Mir fehlte die Kraft dafür. Ein weiterer Punkt, den ich nicht verstand.

Dann war ich so frustriert, dass ich mich auf den Boden legte. Bzw. ich lag ja eh meist schon. Aber ich legte mich dann einfach ruhig hin und dachte nach. Ich wusste nicht was ich tun sollte, und ich verstand die ganze Sache nicht.

So verging dann der Donnerstag. Der Freitag kam. Aber es war alles beim Alten. Wieder versuchte ich mich über das Bett nach oben zu drücken, aber es ging nicht. Mir fehlte die Kraft.

Ich dachte mir, das kann doch nicht sein, dass ich so was Einfaches nicht mehr hin bekam. Und wieder grübelte ich darüber nach, was los war. Auch klingelte das Telefon und mein Handy. Doch das Handy lag wie erwähnt irgendwo in der Mitte des Bettes, wo ich es ja vorher hin geworfen hatte. Das Festnetztelefon stand in der Ladestation auf dem Schreibtisch. Auch dort war kein „rankommen“.




So verging auch der Freitag und der Samstag kam. Bei den Gedanken, die ich so hatte, kam mir auch der Gedanke, ich wusste ohne Nahrung kann man einige Tage überleben. Ohne Wasser aber nur wenige Tage. Jedoch wusste ich nicht wie lange. Ich hatte was von 3-4 Tagen im Kopf. Jedoch hätte ich im Netz nachsehen müssen ob dies so stimmt. Nur das war ja nicht möglich.

Ich weiß nicht mehr wann es anfing. Ob am Samstag oder schon am Freitag. Aber ich begann, mit dem Leben abzuschließen. Ich hatte ja niemanden mehr. Meine Eltern, Oma und Opa waren tot. Dazu auch ein Onkel. Und zu dem „Rest“ bestand kein wesentlicher Kontakt mehr. Also in den letzten Jahren hatte sich einiges in meinem Leben verändert.

Ich stand quasi alleine da. Und ich vermute, dies hat auch meinen Lebenswillen stark eingeschränkt. Sozusagen ein psychisches Problem.

Denn es ging dann auch soweit, dass mir egal war, wenn ich sterben würde. Ich wusste, ich war auf dem Weg dahin. Ohne Nahrung und Wasser war dies quasi vorprogrammiert. Und es war mir egal. Ich dachte mir, ich hab viel erreicht und erlebt in meinem Leben. Es war nicht alles so schön. Und ich wollte eigentlich noch einige Dinge erreichen, die ich aber nicht erreicht hatte. Und dann dachte ich mir auch, ich hatte ein interessantes Leben, hatte viel erreicht, aber nun sollte es zu ende sein.

Und ich muss sagen, es war mir egal. Da ich sowieso niemanden mehr hatte, war es auch egal wenn ich nicht mehr da wäre. Ich musste auf niemandem Rücksicht nehmen. Frau oder Kind, die ich alleine zurück lassen würde, gibt es nicht.

Ich dachte mir nur, einfach einschlafen und nie wieder aufwachen. „Schöner“ kann ein Tod ja nicht sein. Wenn man nichts davon merkt. Was will ich mehr? Sicher war es mit 48 Jahren noch recht früh dafür. Aber wie gesagt, es war mir egal.

Tja, eingeschlafen bin. Aber auch wieder aufgewacht. Und das mehrfach. Was seltsam war, ich hatte in den ganzen Tagen weder Hunger noch Durst. Obwohl ich ja wie gesagt nichts gegessen oder getrunken hatte. Mir fehlte aber nichts.

Zuletzt bin ich dann wach geworden, weil es an meiner Tür klingelte. Aber anhand der Klingel hörte ich, dass jemand unten an der Haustür war. Ich konnte aber sowieso nicht öffnen. Eben weil ich nicht aufstehen konnte.

Kurz darauf klingelte es oben an meiner Wohnungstür, inkl. Klopfen und Rufen. Es war eine Polizeibeamtin, der ich dann durch die geschlossene Türe sagen konnte was los war. Sie ließ dann die Feuerwehr und einen Rettungswagen kommen. Die Feuerwehr sah sich erst die Türe an. Dann waren sie auch vor meiner Küchenfenster auf dem Notbalkon. Sie überlegten, wo sie am einfachsten und schnellsten rein kam.

Aber dann entschlossen sie sich dafür, das Schloss der Wohnungstür aufzubohren. Da ich in diesem Fall kein Notfall war, konnten sie dies tun. Die Scheibe der Küchenfenster einzuschlagen wäre zwar einfacher gewesen, aber hätte auch höhere Kosten verursacht. Das wäre sicher sinnvoll gewesen, wenn ich kurz davor gewesen wäre zu sterben. Ich war zwar auf dem Weg dahin, jedoch war es ja noch nicht soweit.




Nach wenigen Minuten wurde die Wohnungstür geöffnet und es kamen 2 Sanitäter rein, die mit mir sprachen und erst mal wissen wollten was los war.

Dann wurde ich auf eine Liege gepackt, ich sagte zu den Männern ob sie mir noch mein Handy und meine Geldbörse geben könnten, was sie dann auch netterweise taten, vor der Wohnungstür bekam ich von der Feuerwehr die Schlüssel vom neuen Schloss, welches inzwischen eingebaut wurde, und dann fuhren wir im Aufzug runter und es ging zum Rettungswagen. Ich sah Nachbarn unten rumstehen, die natürlich interessiert guckten was los war.

Ich wurde in den Rettungswagen verfrachtet und gesichert. Dann ging es zum Krankenhaus.

Der Aufenthalt im Krankenhaus

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